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Exodus

Bergheim

Eine Runde Bergheim – los geht es in der Nähe des Aachener Tors. Das habe ich wohl beim letzten Mal verpasst und das wird nun nachgeholt. Das Tor schließt an die Stadtmauern an, denen folge ich aber heute nicht und laufe stattdessen durch die einigermaßen menschenleere Fußgängerzone. Einige Cafés haben geöffnet, die Leute sitzen dort und essen ein Eis.

Ich folge dem Weg weiter und gelange in so spannende Orte wie Ahe und Sindorf. Das ist natürlich völlig wertungsfrei, ich habe nicht den geringsten Schimmer, was in diesen Örtchen sonst los. Ich laufe ja nur hindurch auf dem Weg zur alten Autobahn 4.

Das Ende von …

Das ehemalige Ende der Autobahn 4, Braunkohle … da war doch was? Ach ja, jetzt fällt es mir wieder ein: Hambacher Forst, Rodung, Besetzung, Polizei. Gerade eben war es noch in den Nachrichten. Und schon bin ich auf einer “Dienststraße”. Keine Sperrung, aber Benutzung auf eigene Gefahr. Die Kirche sieht seltsam aus. Als ich näher heran laufe sehe ich es. Sie hat keine Fenster mehr. Und kein Kreuz auf der Spitze. Die Uhr ist stehen geblieben. Die Fenster sind mit Holztafeln vernagelt.

Der Straße folgend sehe ich weitere, leerstehende Häuser. Der Ort ist offenbar bereits lange tot. Die Leute sind weggezogen – oder geflüchtet. Die Häuser sind nur noch leere Hülsen einer vergessen Siedlung. Abseits der einsamen Häuser stehen bereits Bagger und bereiten das umliegende Land auf das Verschwinden vor. Eine alte Straßenlaterne im Wegrand deutet darauf hin, dass auch hier einmal Leute gewohnt haben. Jetzt sieht man die Reste eines alten Bürgersteiges und eine wilde Wiese.

Abkürzung über die Autobahn

Nachdem ich den Ort auf der anderen Seite verlasse, gelange ich über ein Feld auf die Autobahn. Jedenfalls das, was von ihr übrig ist. Eine staubige, zweigeteilte Straße, die eher den Charme eines breiten Feldweges hat. Keine Besetzer, keine Polizei. Nicht dass ich es darauf angelegt hätte sie zu treffen. Dann laufe ich doch heute über die Autobahn. Das ist ohne Zweifel die kürzeste Strecke nach Bergheim.

Immer wieder drehe ich mich um und versichere mich, dass ich nicht am Ende doch verfolgt werde oder jemand die staubige Straße entlang rast und mich einholen will. Aber nichts. Ich bin hier alleine. Nach einigen Kilometern verlasse ich die Autobahn an einer Brücke an den Rand des Tagebaus.

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