Heute geht es an den Rhein, nach Rüdesheim. Statt mich gleich den Berg hinaufzuquälen, nehme ich die Seilbahn. Seit Ostern 1954 schweben die Gondeln über die Weinberge, seit 2005 im Retro-Look, und überwinden dabei 223 Höhenmeter.
Oben steht das Niederwalddenkmal. Gebaut wurde es von 1877 bis 1883 zur Erinnerung an den Deutsch-Französischen Krieg und die Gründung des Kaiserreichs. Das ganze Denkmal ist gut 38 Meter hoch, die Germania von Johannes Schilling allein 12,5 Meter.
Von hier laufe ich in den Landschaftspark Niederwald. Ab 1764 ließ Graf Ostein den Wald zu einem Park mit Aussichtspunkten, Tempeln und künstlichen Ruinen umgestalten. Zwischen den Bäumen öffnet sich immer wieder der Blick hinunter ins Rheintal.
Unten liegt Bingen mit der Mündung der Nahe, mitten im Rhein der Mäuseturm. Der Fluss führt wenig Wasser, überall zeigen sich helle Sandbänke.
Durch die Zauberhöhle, einen gewundenen Gang aus den Jahren 1787 bis 1791, geht es zu einem Fenster mit Blick auf die gegenüberliegende Seite.
Am Weg steht ein kleiner Rundbau mit Kuppeldach.
Die Rossel ist eine künstliche Ruine, ebenfalls aus der Zeit um 1790. Von oben ist der Blick ins Rheintal und auf das Binger Loch grandios.
Tief unten am Ufer steht die Burg Ehrenfels. Sie entstand vermutlich um 1211 und war im 13. Jahrhundert Zollstation – zusammen mit dem Mäuseturm auf der anderen Seite. 1689 zerstörten französische Truppen die Anlage.
Zurück am Niederwalddenkmal ist inzwischen mehr los.
Durch die Weinberge laufe ich hinüber nach Eibingen zur Abtei St. Hildegard. Das neuromanische Kloster wurde von 1900 bis 1904 gebaut. Die Benediktinerinnen führen die Tradition von Hildegard von Bingen fort und leben unter anderem vom eigenen Weingut.
Zum Abschluss geht es hinunter nach Rüdesheim. Am Rhein steht der Adlerturm, ein Rest der alten Stadtbefestigung.
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