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Moin moin aus Hamburg

Es ist noch recht früh am Morgen: aufgestanden, angezogen, raus an die frische Luft bei kühlen sechs Grad. Ich laufe die restlichen Meter durch St. Georg vorbei am Winterpride, der noch in Schlaf gehüllt ist. Ich überquere die Straßen am Bahnhof Richtung Alster. Die Straßen sind erfreulich leer. Gefühlt sind hier mehr Radfahrer als Autos unterwegs.

Mitten auf der Außenalster thront bereits der obligatorische Weihnachtsbaum, der die Wasserfontäne dort ersetzt. Der Weihnachtsmarkt am Jungfernstieg ist natürlich auch noch nicht aufgewacht. Ich laufe den „Neuen Wall“ entlang mit seinen Prunkgeschäften und Türstehern. Einige haben ihren Dienst bereits angetreten und mustern mich mit meiner Laufhose in Tarnmuster, Rucksack und Basecap.

Ich passiere den bekannten Michel und das große Verlagshaus und gelange über einige Seitenstraßen zu den St. Pauli Landungsbrücken. Am Ende des Parkplatzes verschwinden einige Leute in einem kleinen Verschlag. Ich folge Ihnen – in den alten St. Pauli Elbtunnel. In diesem Tunnel konnten einmal Autos mit einem Fahrstuhl in die Tiefe fahren und durch eine der beiden Röhren unter der Elbe entlang fahren. Heute sind diese Fahrstühle für Autos gesperrt, die Konstruktion sieht nach wie vor spektakulär aus. Radfahrer und Fußgänger können weiterhin einen kleinen Fahrkorb nutzen. Ich dagegen benutze die Stahltreppe nach unten. In diese Richtung geht es erstaunlich leicht.

Ich durchquere die fast einen halben Kilometer lange Röhre, die mit ihrem diffusem Licht und den hell glänzenden Kacheln ein wenig an den Zugang zu einem Alien-Raumschiff erinnert. Auf der anderen Seite geht es die Stahltreppe wieder hinauf und im Laufschritt ist es wirklich hart.

Oben verlasse ich die Anlage und umrunde das Gebäude, um zu einer kleinen Aussichtsplattform mit Blick auf die Stadt zu gelangen. Eine fest installierte Pommesbude – um diese Uhrzeit und um diese Jahreszeit – bleibt geschlossen. Am Horizont steigt gerade die Sonne über die Bebauung hinweg und beleuchtet einen kleinen Streifen der ElPhi, das gibt ein wirklich spektakuläres Bild ab. Ich genieße hier die Aussicht und kehre dann wieder zurück in den Tunnel, Treppe ab und Treppe auf, zurück auf den Parkplatz.

Ich stehe hier am Fuß des Hotels „Hafen Hamburg“, die Treppe hinauf ist verglichen mit der im Elbtunnel recht einfach. Von hier oben sehe ich immer noch die aufstrebende Sonne am Horizont. Unten auf der Straße erwacht die Stadt langsam merklich zum Leben. Passanten, die gerade aus der naheliegenden Hochbahn aussteigen, gehen links und rechts an mir vorbei. 08:00 Uhr – der Arbeitstag startet. Hinter dem Hotel gelange ich schnell an den Anfang der Reeperbahn – auch noch Ruhe an dieser Stelle. Kurz dahinter beginnt der ebenfalls noch geschlossene Winterdom. Auf der anderen Straßenseite betrete ich die Parkanlage Planten un Blomen, in der ich immerhin einige Jogger-Kollegin*Innen antreffe. Weiter im Gelände treffe ich auf die Eisarena, an der ich den Park schließlich auch wieder verlasse.

Es wird Zeit für den Rückweg: Gänsemarkt, Alex, Alster .. das Frühstück wartet bereits.