wässerig

Wenn schon Regen, dann wenigstens warmer

Bei bestem Wetter und 27° starte ich in Beek in der Nähe vom Maastricht Airport. Für den Abend ist Regen gemeldet, aber ich bin heute früh dran – also kein Problem. Ich starte quer durch den Ort und halte mich relativ eng an meine vorab geplante Route.

Beek ist irgendwie ein gemütlicher Ort, das gefällt mir. Schließlich finde ich deine Treppe an der Straße, die wie eine Schneise dichtes, hohes Grün durchschneidet. Man kann nicht erkennen, wo diese Treppe hinführt. Also werde ich das herausfinden. Oben finde ich mitten in einem dichten Wald eine sehr schöne Kapelle. Ich finde einen Weg um die Kapelle herum und befinde mich nun auf einer Lichtung mit einem Meter hohem Farn.

Ich bin offenbar auf einem kleinen Berg und bahne mir wieder einen Weg herunter. Am Fuß des Berges bin ich auf dem Gelände von Kasteel Genbroek. Ich umlaufe das Gelände und komme zurück auf einen normale Straße. Diese führt mich durch die kleine Gemeinde Geverik bis an den Rand des Aviation Valley, einem Gewerbekomplex in der Nähe des Maastrichter Flughafens. Hier habe ich die Gelegenheit die Autobahn zu kreuzen.

Von weiten sehe ich über dem Flughafen eine Wolkenfront, die sich wie eine Säule bis auf die Erde fortsetzt. Das sieht verdächtig nach Regen aus und wenn ich es schon sehen kann, dann werde ich es auch abgekommen. Auf der anderen Seite der Autobahn laufe ich durch weitere kleine Örtchen Richtung Julianakanal. Die Straße verläuft aber leider nicht in der gewünschten Richtung, daher probiere ich einen kleinen Seitenweg. Am Ende des Weges darf ich mich zwischen einer gemauerten Toreinfahrt und verschiedenen, geschlossenen Gartentoren entscheiden.  Da die Toreinfahrt offen ist – und immerhin sind wir hier mitten im Wald – laufe ich die Einfahrt entlang. Nach einem öffentlichen Gelände sieht das hier nicht aus, aber den Weg zurück laufen will ich auch nicht. Rechts liegt ein großer Rasen der durch einen Zaun getrennt auf eine Wiese führt. Also gut, dann eben über den Zaun und auf die Wiese. Das Spiel wiederhole ich noch zweimal und komme an weitern Häusern mitten im Wald vorbei, bis ich schließlich wieder auf eine Straße gelange.

Von hier aus gelange ich nach Geulle, überquere den Kanal bis hin zu Geulle aan de Maas. Dann fängt es an zu regnen. Eigentlich stört mich Regen beim Sport nicht. Aber nun fängt es auch noch an zu hageln und ich entkomme dem schlimmsten Wetter an einer Gruppe von Bäumen gemeinsam mit zwei Radfahrern, die auch keine Lust auf die Weiterfahrt haben. Nach kurzer Zeit entscheide ich, dass die wenigen Bäume auch keine Hilfe sind und ich setze meinen Lauf im Regen fort. Dabei ist das Wort “Regen” noch untertrieben, Starkregen trifft es viel besser. Meine Klamotten sind durch und durch nass und langsam nähere ich mich der Brücke zurück auf die andere Seite. Auch im Schutz der Bäume ist der Regen auch nicht erträglicher.

Ich versuche mit dem Handy ein Video zu machen, aber die Hülle, das Handy und meine Hände sind so nass, dass das Handy nicht mehr auf die Eingaben reagiert. Da kann man wohl nichts machen. Kurz vor dem Ausgangspunkt zieht wieder die Sonne auf und ich hoffe auf einen Trocknen im Sonnenschein. Das reicht mir erst einmal für heute, aber immerhin: der Regen war warm.

 

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