Tag 1
Das erste Licht scheint durch die Schlitze in der Rollade. Der Wecker hat noch nicht geklingelt, ich wache trotzdem auf. Erholt. Vor mir liegen sieben Tage Frühsport in den Bergen. Mein Fuß hat sich immer noch nicht von Bänderdehnung (oder was auch immer) erholt, aber das wird schon gehen. Die paar Hügelchen werden wohl kein Problem sein. Oder?
Die Sonne versteckt sich noch hinter dem Berg vor mir. Ich kenne mich hier noch nicht aus: links oder rechts entlang? Ok, dann links entlang – und bergauf. Die Straße ist ein Sackgasse, endet aber irgendwie nicht. Daher entscheide ich mich für einen kleinen halb zugewachsenen Weg in den Wald hinein. Dieser führt mich dann über Umwege an das wirkliche Ende der Straße. Ich steige behäbig den nächsten Weg hinauf, bis ich oberhalb der Weinberge einen tollen Ausblick auf die Orte vor mir bis nach Strasbourg habe. Ich bin aber noch nicht ganz oben, aber das lasse ich für einen anderen Tag übrig. Ich renne in einem Affenzahn fünfzehn Minuten lang nur bergab. Das ist wirklich toll. Mittlerweile lässt sich auch die Sonne blicken. Ein guter Start in den Tag.
Tag 7
Ich kenne mich schon recht gut aus in den Bergen – in wenigen Tagen sind die Pfade durch die Weinberge, die Türme, Quellen und Aussichtspunkte schon sehr vertraut für mich. Ich laufe fünf Minuten quer durch den Wald und kenne mich direkt aus. Das ist mein letzter Tag in den Bergen, mein Fuß tut etwas weh, die Oberschenkel brennen auch ein wenig von den anhaltenden Anstiegen. Das ist egal. Nachdem es gestern stark geregnet hat, ist das Wetter heute wieder gut. ich warte darauf, dass die Sonne sich ihren Weg über die Bäume in das Tal bahnt. Die Weinberge vor mir sind wie mit der Harke gekämmt. Sauber in Reihen, die Blätter oberhalb gestutzt, das Gras gemäht. Ich laufe ein letztes Mal den Berg hinab bis zu der langen Treppe und muss mir eingestehen, dass es nach sieben Tagen Laufen in den Bergen auch mal Zeit für eine Pause ist.
Neueste Kommentare