prima

Blühstreifen Blues

Der Tunnel

Das Naturschutzgebeit Leudal liegt in der Nähe der Maas hinter Roermond. Ich starte aber noch etwas weiter dahinter in einem mir unbekannten Ort. Ich muss der Dorfstraße ein ganzes Stück folgen, bis ich in den Garten des ehemailigen Kloster Mariabusch eintauche. Es gibt auch einen Weg hinaus aus dem Klostergarten, es ist aber eine Sackgasse. Eine breite Vertiefung verläuft aber in die gewünschte Richtung, direkt auf die Bahnstrecke zu, die ich irgendwie überqueren muss. Vielleicht klappt das ja.

Der Pfad ist ganz OK, wird dann im Verlauf aber ein wenig sumpfig. Ich verstehe, dass ich ein einem ausgetrockneten Flussbett laufe. Ob es die ganze Zeit schon wasserlos ist? Schließlich stehe ich vor einen rundem Betontunnel, der praktischerweise auch unter den Bahnschienen verläuft. Der Tunnel ist so groß, dass ich geduckt hindurch gehen könnte. Als Wanderweg ist es wohl nicht gedacht, aber ich gehe vorsichtig über die gltschigen Steine auf die andere Seite. Ein kleiner Abhang führt mich auf ein unbestelltes Feld.

Skelektor

Jetzt muss ich über das Feld wieder auf den nächsten, festen Weg zurück finden. Rechts von mir liegt ein Graben mit vielen Brennnesseln am Rand, das sieht nicht sehr einladend aus. Vor mir alternativ ein kleiner Wald, der mit vielen unangenehmen Pflanzen dicht bewachsen ist. Bleibt noch das Maisfeld – das ist einen Versuch wert. Nachdem ich die andere Seite erreicht habe und mannshohes Gras durchquert habe, stehe ich vor noch mehr Brennnesseln. Ich kann förmlich die Blicke der lauernden Zecken im Gebüsch spüren. Ich sollte vorsichtig sein. Und ich komme hier nicht weiter, also bleibt mir nur der kleine Graben vom Beginn und dafür verhältnismäßig wenige Brennnesseln – was soll’s, ich bin zurück auf einem festen Weg.

Auf dem weiteren Weg streife ich den Ortsrand eines kleinen Dorfes, an dessen Rand ein wirklich skurilles Gebäude liegt. Am Tor wird man von einem an einer Angel hängenden Skelett mit Armemütze begrüßt. Daneben im Garten gibt es eine Art künstlich angelegter Grabhügel mit ein paar weiteren Knochenfunden. Das wäre nicht meine Art der Gartengestaltung, aber es war mindestens interessant.

Es blüht

Das eigentliche Ziel meiner kleiner Rundreise heute ist dieser kleine Fluss, er hat in der Karte den Namen “Tungelroyse Beek”. Ich werde ihm eine ganze Weile folgen, bis ich wieder an meinen Ausgangspunkt zurückkehre. Das Ufer nebem dem Fluß ist spärlich gemäht, wahrscheinlich einmal im Frühjahr. Es ist nicht ganz trocken und beide Seiten sind geradezu überschwänglich grün. Die andere Seite ist dicht mit Schilf und hohen Gräsern bewachsen, meine Seite hat eine Unmenge an Blumen, wie man sie von Feldern als Blühstreifen kennt.

Der Weg teilt sich in einzelne Abschnitte, die jeweils mit Wildsperren und einem Drehkreuz für Fußgänger abgeteilt sind. Die Übergänge sind aber meist zugewachsen und ich muss über die Zäune klettern, um nicht durch die dornigen Sträucher an den Drehkreuzen gehen zu müssen. Auch der Untergrund am Ufer ist stoppelig und uneben, das ist für das Durchhalten beim Laufen eine Herausforderung. Auf einer Strecke von gut sechs Kilometern bin ich komplett in einem Meer von Pflanzen versunken. Nicht, ohne dass mir auf dem ein oder anderen Abschnitt ein paar Kühe über den Weg laufen. Am letzen Abschnitt stehen die Kühe auf und stieren mich an. Ich deute das als kein Zeichen der Freundschaft und weiche auf das benachbarte Feld aus.

Jetzt bin ich zurück auf der Straße und ich trete den Rückweg an, der aber weitaus weniger spannend ist als der vorige Abschnitt.

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